Oliver Junk

Oberbürgermeister #Goslar

 

Herzenssache Goslar/ Kathleen Gleisberg

Jan 29, 2021

Heute schreibe ich über eine ganz starke Frau: Kathleen (Katja) Gleisberg. 1974 in Wittstock in Brandenburg geboren und aufgewachsen. Dann 1991 Start der Lehre als Augenoptikerin in Lüneburg und nach Abschluss der Lehre berufliche Stationen im Fielmann-Konzern in verschiedenen Niederlassungen, zuletzt in Berlin. „Ich wollte schon immer in die große Stadt Berlin!“ erzählt sie mir: „Ich war an verschiedenen Stellen im Fielmann-Konzern insbesondere für die Ausbildung zuständig, hatte Verantwortung. Das hat wirklich sehr viel Spaß gemacht!“ 

Nicht immer einfach, Kindererziehung und Vollzeitberuf unter einen Hut zu bekommen. Ihre beiden Jungs hat Katja allein erziehen (müssen).

 Stark!

 2011 hat sie den in Goslar auch als Fotografen bekannten André Gleisberg kennengelernt. Nach vier Jahren Fernbeziehung war dann Schluss mit langen Autofahrten. Mit ihren beiden Kindern ist Kathleen 2015 nach Goslar gezogen. Und sie hat gekündigt nach 24 Jahren beim Fielmann-Konzern. Dafür braucht es Mut. Nach vier Wochen in Goslar hatte sie schon wieder einen neuen Job und sie startete ein neues Berufsleben bei einem kleinen Optikerbetrieb in Wernigerode. 

 Stark!

 Eine nicht einfache Zeit in Goslar folgt nach dem Umzug. Die Kinder mussten sich  an die neue Umgebung, ein neues Zuhause, neue Freunde, neues Familienleben gewöhnen. Auch für Kathleen ein anderes Umfeld. Kathleen Gleisberg engagiert sich ehrenamtlich im Kulturkraftwerk, bei den Goslarschen Höfen und als freie Mitarbeiterin bei der Goslarschen Zeitung.

2016 die Hochzeit mit André.  Und sie findet auch wieder Spaß an der Fotografie. 2016 meldet sie ihr Gewerbe an: „gleisbergs by katja“

 Alles fein?

 Nicht ganz. Der Optikerbetrieb schließt. Kathleen ist erstmals in ihrem Leben arbeitslos.  Auch das muss sie verkraften, findet aber schnell wieder eine neue Anstellung bei Apollo-Optik in Seesen.

 Stark!

 Im August 2019 dann die nächste Bewährungsprobe. Kathleen erkrankt schwer. „Dann war das Leben anders!“ sagt sie. „Die Ärzte der Onkologie in Goslar bei Asklepios haben aber eine gute Arbeit gemacht, sich immer Zeit genommen. Und ich bin da gut durchgekommen. Ich bin fast wieder gesund!“ Die Überwindung der Krankheit hat viel Kraft gekostet.

 Stark!

Und heute?  Das Leben ist durcheinander. Kathleen ist noch nicht wieder fit für den vollständigen Wiedereinstieg in den Beruf. 

Und jetzt die Unsicherheit durch die Verlagerung von Trinks. Kathleens Ehemann André ist betroffen.

Ein Mensch von 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, der von einer unsozialen Entscheidung von verantwortungslosen Unternehmensberatern betroffen ist. Das hat Kathleen nicht gesagt, ich sage das aber!

Seit 22 Jahren arbeitet er in der Finanzbuchhaltung für Trinks in Goslar. „Wir wissen noch nicht, wie es weitergeht.“ sagt sie. Und es wird deutlich: Betroffen von der Trinks-Entscheidung sind nicht “nur” 170 Köpfe. Dahinter stehen Familien, Kinder, Lebensplanungen…….

Ganz viel Kraft zieht sie heute aus ihrem „Nebenberuf“ als Fotografin.  Im Herbst des vergangenen Jahres ist sie mit ihrem Fotostudio umgezogen. Sie ist jetzt sichtbarer und erreichbarer für ihre Kunden in der Marktstraße 32.

Während Ihr Ehemann André Landschaften fotografiert, ist sie im Bereich „Porträts“ und „Menschen“ unterwegs. „Gönn Dir ein Abenteuer!“ lautet ihr Motto.

„Menschen sollen sich trauen, sich selbst zu entdecken, ob natürlich oder verwandelt. Keiner sollte sich für seine Figur entschuldigen (müssen).“ erzählt sie mir und verweist auf ein schönes Projekt aus dem Jahr 2019. Das Projekt behandelte das Thema #bodylove und zeigte Aktfotos von Menschen natürlich und unretouchiert ohne Filter und Photoshop.

Für jeden individuellen Abenteuerwunsch hat Sie neben mehreren Dutzend Shootingkleidern auch Perücken, passenden Kopfschmuck und Accessoires. „Auch für Männer findet sich die passende Ausstattung. Man(n) muss sich nur trauen!“ sagt Sie augenzwinkernd.

Starke Bilder! Ich bewundere das Engagement und die Risikobereitschaft, das eigene Studio auszubauen und zu erweitern.

Stark!

„Die beste Entscheidung meines Lebens war es, in den Harz – nach Goslar – gekommen zu sein!“ sagt Katja Gleisberg abschließend.

Ich habe großen Respekt vor dieser Frau: Alleinerziehende Mutter, beruflicher und familiärer Neustart in Goslar, Überwindung der schweren Krankheit – bei allem so viel Zuversicht ausstrahlend. Alles Gute, viel Gesundheit!

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