Oliver Junk

Oberbürgermeister #Goslar

 

Herzenssache Goslar / Otto Unruh

Jan 18, 2021

Vielleicht erinnert Ihr Euch? Vor einigen Tagen hatte ich gefragt: Wer war Euer persönlicher „Herzensmensch“ im Jahr 2020? Und ich hatte für „gute“ Vorschläge zwei „Gleisberg-Kalender“ als kleinen Preis ausgelobt. Ein toller, warmer Vorschlag kam von Frau Lenette Noach, die sich bei Otto Unruh für seine angebotenen Wandertouren, gemeinsame Wanderungen und die Arbeiten an den Adlerklippen bedankt hat. 

Und ich habe Otto Unruh deshalb gerne ausgewählt und ihm jüngst den Kalender übergeben, verbunden mit einem ganz großen Dankeschön. Dieses Dankeschön möchte ich mit meiner “Herzenssache” verbinden. Herzenssache Goslar: Wanderfreund Otto Unruh.

Otto Unruh habe ich – jedenfalls nach meiner Erinnerung – erstmals im Frühjahr 2018 im Rahmen der Jahreshauptversammlung des Harzklubs Zweigvereins Oker im Siedlerheim in Oker kennengelernt. Damals hat er sich als Neumitglied vorgestellt und ich durfte damals ein Grußwort als Präsident des Hauptvereins halten.  

Seit dieser Zeit sind wir uns vielfach begegnet, bei Wanderungen im Harz, auf dem Brocken – natürlich auch im Rahmen von Veranstaltungen und Versammlungen „unseres“ Harzklubs. 

Der Okeraner Otto Unruh ist in sehr kurzer Zeit ein ganz, ganz aktives Mitglied im Harzklub geworden. Und Otto Unruh ist bekannt. Warum? Wenigstens zweimal in der Woche wandert er im Harz – Wanderfreunde treffen ihn. Und er ist ferner bekannt durch seine Social-Media Aktivitäten. 

Folgt ihm doch mal auf Instagram: otto_unruh; Otto macht so viele, so schöne Bilder; fotografiert insbesondere die Tier- und Vogelwelt im Harz. Mich begeistern seine Bilder und Videos sehr. „Heinz Sielmann des Harzes“ nenne ich Otto gerne gemeinsam mit meinen Harzklubfreunden.  

 “Otto Sielmann“ wurde in Eschede geboren, ist im Rheinland aufgewachsen (wahrscheinlich ist er deshalb so kommunikativ) und lebt seit 1982 in Goslar. Der gelernte Mechaniker im Maschinenbau hat Anfang der 1980er Jahre eine Umschulungsmaßnahme im Berufsförderungswerk durchlaufen. Und damals, so erzählt er, hat er seine erste Wanderung durch das Okertal unternommen.  

 „So hat das mit dem Wandern angefangen und seit dieser Zeit ist der Okertal meine Heimat. Es bleibt das schönste Tal im Westharz! Anfangs mit der Familie, meistens aber allein, bin ich ab 1982 im Harz unterwegs gewesen.“ erzählt mir Otto: „kleine Wanderungen, große Wanderungen – ich bin auch Fan des Hexenstiegs. Eine tolle Leistung war 2x Hexenstieg am Stück, 97 km in 20 ½ h.“

Heute wandert er wenigstens am Mittwoch und Samstag, Woche für Woche. 40 bis 50 km Wanderkilometer kommen so wöchentlich zusammen. Das hält fit, das hält jung.

2017 hat Otto Unruh dann die Idee, sich zum Wanderführer zu qualifizieren und ist so mit dem Harzklub in Kontakt getreten. Und über den Zweigverein in Oker kam auch schnell das Angebot, dort als Wanderführer tätig zu werden.

 „So bin ich in den Harzklub eingetreten, habe die Wanderführerausbildung gemacht und bin heute als Wanderwart im Zweigverein Oker und als Stellv. Wanderwart im Hauptverein tätig.“ erklärt mir Otto Unruh. Auch bei den Harzer Wanderwochen in Hahnenklee hat Otto in diesen Funktionen bisher tüchtig mitgeholfen und attraktive Angebote gemacht. Hoffentlich können wir die Wanderwochen in diesem Jahr wieder erleben.

 Otto liebt die ehrenamtliche Arbeit im Harzklub: „Menschen in den Wald führen und erzählen; Begeisterung für die Natur wecken. Großartig. Der Harzklub erfüllt mich, ich kann mich engagieren, viel bewegen. Der Harzklub gibt mir viel und ich gebe gerne zurück.“ erzählt er mir.

 Und er hat eine schöne Idee entwickelt. Sein erstes Enkelkind (Theodor) hat er mit vier Monaten als Mitglied im Harzklub angemeldet und die Mitgliedschaft bis zum 18. Geburtstag geschenkt – ein überschaubarer Betrag. Theodor, inzwischen vier Jahre jung, hat vor wenigen Monaten eine Schwester geschenkt bekommen. Und natürlich wird Mathilda bald auch Neumitglied im Harzklub. Vielleicht macht das Beispiel ja Schule?

„Und wie ist das mit den Bildern und der Fotografie?“ habe ich Otto gefragt und erfahre, dass seine Kamera ihn bei seinen Wanderungen schon immer begleitet hat. Aber einen wichtigen Impuls hat Andreas Keller geliefert. „Er hat mir eine Kamera verkauft, die leicht ist, mit der ich spontan fotografieren kann – eine Kamera, die ich schlicht und einfach immer mitschleppen kann.“

Und inzwischen ist die Fotografie ein richtiges, intensives 2. Hobby geworden. Er bearbeitet seine Bilder nicht nach und legt sich inzwischen auch auf die Lauer. Über einen Zeitraum von vier Monaten hat er z. B. die Haubentaucher begleitet. „Dafür muss man dann eben um sechs Uhr raus und auch mal 5 Stunden am Stück ruhig sitzen. Und um einen Eisvogel vor die Linse zu bekommen, sitze ich auch gerne mal zwei bis drei Stunden.” erzählt er.

 „Was macht das Borkenkäferproblem und das Baumsterben mit Dir?“ habe ich Otto gefragt. Und er antwortet für mich überzeugend und klar: „Die Natur regelt das ganz allein. An vielen Stellen ist schon ganz viel Grün sichtbar!“ Er verweist z. B. auf das Siebertal bei Sieber und Herzberg.

Und was macht Otto Unruh noch?

 Müll in der Natur einsammeln. Er findet auf seinen Wandertouren so viel Abfall in der Natur, den er nicht liegenlassen will und kann und der noch dazu einer guten Sache zugute kommt. Denn das Pfandgeld sammelt er gesondert. Durch die im Wald, insbesondere auf dem Weg zum Brocken, eingesammelte Flaschen sind im Jahr  2019 rund 170 Euro zusammengekommen, im Jahr 2020  waren es gar über 260 Euro. Dieses Geld wird dem Hospizverein in Goslar gespendet. Eine richtige gute Sache wie ich finde.

 

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