Oliver Junk

Oberbürgermeister #Goslar

 

Herzenssache Goslar/ Bevölkerungsschutz

Sep 2, 2021 | Herzenssache

Überall in Deutschland wurden nach der Wiedervereinigung die personellen und finanziellen Anstrengungen für den Bevölkerungsschutz reduziert. Warum auch nicht? Der bewaffnete Feind war gerade nicht mehr nur wenige Kilometer entfernt in Kasernenanlagen. Luftschutzbunker und Warnsysteme für die Bevölkerung waren nach 1990 nicht mehr nötig – zum Glück! Personalstellen (und damit Kosten für den Steuerzahler) in Öffentlichen Verwaltungen wurden für den Bereich Bevölkerungsschutz überall reduziert.

 

Das verheerende Hochwasser in Goslar und fast allen Ortsteilen im Juli 2017 (25. – 30.07.2017) hat nicht nur erschreckende Bilder hinterlassen. Erstmals in der Geschichte des Landkreis Goslar wurde der Katastrophenalarm ausgelöst. Weit über 300 Liter Regen sind in ganz kurzer Zeit auf den Quadratmeter gefallen. Für die Bevölkerung der Stadt Goslar und die Einsatzkräfte eine belastende Herausforderung.

 

Aber: Wir haben die Krise bewältigt. Die Kolleginnen und Kollegen der Stadtverwaltung haben mit den Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehren und aller weiterer Hilfskräfte, Hilfs- und Rettungsorganisationen großartige Arbeit geleistet. Denkt etwa an THW und DRK. Personenschäden waren nicht zu verzeichnen. Das war ein großer Erfolg.

 

Alle Ortsteile waren von dem Hochwasser betroffen. Nach Ende der Einsatzmaßnahmen haben wir die Köpfe zusammengesteckt und überlegt, wie wir uns für solche Unwetterszenarien noch besser vorbereiten können.

 

Umfangreiche Veränderungen und Anforderungen wurden erkannt und durch die politischen Gremien mit der Bereitstellung von insgesamt einer Millionen Euro verteilt auf vier Jahre bewilligt.

 

Neben der Vorhaltung von Sandsäcken standen die Beschaffung von Fahrzeugen und Gerätschaften im Fokus des Konzeptes. Die Lagerung sollte in einem zentralen Hochwasserlager erfolgen. Dieses Lager sollte auch die Möglichkeit der Befüllung von Sandsäcken bieten.

 

Konkret haben wir eine Halle in Vienenburg (Feuerwache Goslar ist leider zu eng) für die Hochwasserlogistik angemietet. Auf einer Fläche von ca. 400 m² werden mobile Hochwasserschutzdämme (System Beaver-Damm), eine Sandsackfüllmaschine (über 1.000 Sandsäcke pro Stunde können befüllt werden, Sandsäcke, Pumpen, Feldbetten, Wathosen etc. gelagert. Bereits 2.000 gefüllte Sandsäcke erlauben einen schnellen Einsatz und somit Schutz im Bedarfsfall. Weitere 10.000 Sandsäcke sind ungefüllt eingelagert.

 

Die Betreuung der Hochwasserhalle obliegt neben den hauptamtlichen Gerätewarten dem Fachzug Logistik der Feuerwehr. Hier sind die Feuerwehren Lengde und Weddingen federführend.

 

 

 

Für die Logistik konnte jetzt ein Gerätewagen-Logistik/Transport beschafft werden. Und schön finde ich: Im Aussschreibungsverfahren konnte sich die Firma Pachel aus Goslar durchsetzen. Bis zu acht Paletten können gleichzeitig transportiert werden. Neben der Aufgabe des Transportes bei Hochwasser oder Starkregenereignissen ist das Fahrzeug auch für die Einsatzstellenhygiene vorgesehen..

 

Neben dem Gerätewagen ist ein Teleskoplader Merlo P4013 plus für die Verbringung von Paletten an der Einsatzstelle und weiterer Ausstattung beschafft worden. Das Arbeitsgerät verfügt über eine Sandschaufel, eine Palettengabel, einen Kranhaken und einen Arbeitskorb. Dadurch ist der Einsatzzweck vielseitig möglich. Bereits bei den Schneefällen im Februar konnten Rettungswagen freigeschleppt und Patienten mit einer Korbtrage am Kranhaken aus nicht zugänglichen Straßen für den Rettungsdienst transportiert werden.

 

Mit den mobilen Hochwasserschutzdämmen, System Beaver, können betroffene Bereiche gegen herannahendes Wasser abgesichert werden. Derzeit hat die Stadt Goslar knapp 1 km laufende Meter beschafft. Die gleiche Anzahl wird noch dazu kommen.

 

Aber wir haben nicht nur in Material investiert. Die Stadt Goslar hat den Bereich Bevölkerungsschutz personell verstärkt. Die zuständige Sachbearbeiterin heißt Frau Hammerl und kümmert sich verwaltungsintern darum, dass die Stadt Goslar auch in Krisenfällen handlungsfähig bleibt.

 

Was passiert genau bei Hochwasser, Schneechaos, Stromausfall, Großbränden……..

 

Ich bin dankbar dafür, dass die Stadt Goslar für Krisen übt. Wir haben zusätzliches Material beschafft und werden auch weiterhin ganz regelmäßig in Stadtverwaltung und Feuerwehren für den Ernstfall üben. Goslar ist sicher.

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