Oliver Junk

Oberbürgermeister #Goslar

 

Herzenssache Goslar/ Jörg Hinke

Jun 1, 2021

Der Strom kommt aus der Steckdose. Über Trinkwasser macht sich der eine oder andere nach den Diskussionen in Clausthal inzwischen tatsächlich sogar in Goslar mal einen Kopf. Aber über unser Schmutz- und Abwasser möchten wir im Grunde überhaupt nicht nachdenken. Ist ja auch irgendwie dreckig und so ……

 

Aber nicht nur Kindergärten und Radwege und Schwimmbäder und Büchereien sind wichtige und notwendige Infrastruktur in einer Stadt wie Goslar, sondern auch die Abwasserableitung und Abwasserbehandlung.

 

Denkt mal daran, wie oft wir Tag für Tag die Toilettenspülung betätigen. Denkt an die Starkregenereignisse, das Hochwasser, Schneeschmelze. So ein Abwassersystem muss funktionieren. Und die Kläranlage natürlich auch.

 

Ich möchte keinen der engagierten Kolleginnen und Kollegen zurückgesetzt wissen, die für unser Schmutzwassernetz, Regenrückhaltebecken, Pumpstationen und die Kläranlage verantwortlich sind.

 

Aber es gibt einen Menschen, der lebt und liebt diese Arbeit wie kein anderer.  Er kennt jeden Schacht, jedes Rohr, jede Pumpe, duzt jedes Glockentierchen auf der Kläranlage und ist sich auch nicht zu schade, selbst den Rasenmäher aus der Garage zu holen, wenn es auf „seiner“ Kläranlage nicht sauber und ordentlich aussieht.

 

Meine aktuelle Herzenssache widme ich Jörg Hinke. Geboren 1967 – ein echter Harlingeröder. Er war 1984 der erste Auszubildende auf der Kläranlage in Goslar, lernte Ver- und Entsorger bei der Stadt Goslar.

Heute ist er der Leiter des Technischen Bereichs und Prokurist bei der Firma EURAWASSER Goslar. Eurawasser ist Teil der Remondis-Gruppe, einer der ganz großen Dienstleister für Recycling und Wasser. Eurawasser ist seit 25 Jahren der städtische Partner im Bereich von Schmutz- und Abwasser. Als Betroffener erlebte Jörg Hinke die Privatisierung 1996. „Das  damals auch eine spannende Zeit. Wir wussten nicht, was auf uns zukommt. 25 Kolleginnen und Kollegen sind mit mir vom Öffentlichen Dienst in die Privatwirtschaft übergetreten. Und ich durfte und musste als junger Mann auch im Betriebsrat Anwalt der Kollegen sein.“ sagt Hinke.

 

„Ich bin von ganz unten sehr weit nach oben gekommen!“ berichtet Jörg Hinke. Im Bereich der Stadtentwässerung ist er für Planung, Betrieb und die Unterhaltung zuständig.

 

„Wie sind Sie auf diesen Beruf gekommen?“ habe ich Jörg Hinke gefragt. Und er erzählt mir, dass er Schlosser bei den Junior-Werken in Goslar werden wollte. Ein Ausbildungsplatz war ihm bereits zugesagt. Und dann kam leider die Insolvenz. Die Kläranlage kannte er als Harlingeröder. Viele Bauern entsorgten den Klärschlamm auf den Feldern. So war der Weg kurz. Und vielleicht sollte es genauso sein, schließlich ist Jörg Hinke in seinem Traumjob. Hat er zwar so nicht gesagt, aber ich nehme es ihm ab – so begeistert und motiviert er von seiner Arbeit spricht.

Seit 37 Jahren arbeitet Jörg Hinke nun für unsere Entsorgungsinfrastruktur in Goslar. Wichtige Aufgabe ist der Betrieb der Zentralen Kläranlage zwischen Goslar und Bad Harzburg. Hier wird nicht nur unser Abwasser aus Goslar, sondern auch das aus Altenau und Schulenberg gereinigt. Verunreinigte Bestandteile der Abwässer werden mit mechanischen, biologischen und chemischen Verfahren gereinigt. In Goslar haben wir eine moderne dreistufige Anlage.

 

Jörg Hinke war bereits in verantwortlicher Position als die Kläranlage 1996 um- und neugebaut wurde. „Ist sie dann heute alt und muss irgendwann neugebaut werden?“ habe ich Hinke gefragt. „Nein!“ sagt er. „So eine Anlage lebt. Sie wird permanent verbessert“, erklärt mir Jörg Hinke und verweist auch auf die Wirtschaftspläne. „Hohe Summen stehen Jahr für Jahr bereit, damit kein Sanierungs- und Investitionsstau auf der Kläranlage und im Kanalsystem entsteht.“

 

Aber die Arbeit von Jörg Hinke ist viel mehr als der Betrieb der Kläranlage, die jeden Tag, 24 h, überwacht und reguliert wird.

 

Jörg Hinke – natürlich stets gemeinsam mit seinen Kolleginnen und Kollegen – plant unser Entsorgungsnetz. So haben wir etwa im Bereich Jürgenohl in den vergangenen Jahren Veränderungen vorgenommen, damit es bei Starkregenereignissen zu keinem Rückstau bis hin in die Keller kommt. Das neue Regenrückhaltebecken zwischen Jürgenohl und dem Fliegerhorstgelände dient hier zur Entlastung und ist ein sichtbares Zeichen.

 

Aktuell planen wir zusätzliche Wasserrückhaltung unter dem Bahnhofsvorplatz. Diesen großen Speicher realisieren wir im Rahmen der Bahnhofsumbaumaßnahmen. Auch im Bereich der der Hildesheimer-Straße nehmen wir durch eine zusätzliche Regenrückhaltung (hinter der ARAL-Tankstelle) aktuell Verbesserungen vor.

 

Alles Gedanken und Arbeiten, die nicht so sehr wahrgenommen und öffentlich diskutiert werden wie der nächste Radweg oder der nächste Kunstrasenplatz. Aber für die Infrastruktur der Stadt, die Lebensqualität in der Stadt sind diese Arbeiten von ganz entscheidender Bedeutung.

 

Lieber Jörg Hinke, vielen Dank für Ihre Arbeit!. Herzenssache Goslar: Jörge Hinke.

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