Oliver Junk

Oberbürgermeister #Goslar

 

Herzenssache Goslar/ Muttertag

Mai 14, 2017

Heute ist Muttertag – glaubt man der Werbung, sollten wir an diesem Tag

unserer Mutter gedenken und ihr möglichst etwas Schönes schenken.

Ob Pralinen, Parfüm oder klassisch Blumen – quer durch alle Branchen

lassen sich nette Geschenke für alle Geldbeutel finden. Und (fast) alle

beugen sich diesem Ritual und gehen los, um etwas zu besorgen.

Der psychische Druck ist also groß, man will ja nicht undankbar erscheinen.

Es sei denn, die eigene Mutter hat sich ausdrücklich Geschenke an diesem

Tag verbeten. Gibt es auch: Mütter, die diese aufgezwungene Geste an

einem festgelegten Termin im Kalender blöd finden.

Fakt ist, dass jede Mutter für das, was sie leistet, tatsächlich großen Dank

verdient. Im Rahmen einer britischen Studie wurden einmal 3.000 Mütter

mit einem Kind unter 16 Jahren nach ihrem Arbeitspensum befragt. Das

Ergebnis: Mütter sind wöchentlich rund 70 Stunden für die Familie im

Einsatz – das ist mehr als das Pensum eines Assistenzarztes. Am meisten

Zeit verschlingen Putzen und Kochen. Laut Umfrage sind Mütter damit im

Schnitt eine Stunde und neun Minuten lang beschäftigt. Dazu kommen je

etwa eine Stunde für Aufräumen und Wäsche. Nicht zu vergessen sind die

Zeit für die Hausaufgabenbetreuung und das Zubettbringen der Kinder.

Würde man den – in Großbritannien üblichen – Stundenlohn für Kochen und

Putzen ansetzen, müssten Mütter mit 42.000 Euro im Jahr entlohnt werden,

heißt es. Das entspricht zwölf Monatsgehältern von je 3.500 Euro.

Dabei beschränkt sich die Arbeit einer Mutter nicht nur auf Haushalt und

Kinderversorgung.

 

 

Hinzu kommen noch Tätigkeiten wie Erzieherin, Köchin,

Nachhilfelehrerin, Computerfachfrau, Gärtnerin, Hausmeisterin,

Chauffeurin, Psychologin, Krankenschwester, Eventmanagerin und

Unternehmenschefin – alles in einer Person! Genügend Gründe also, Danke

zu sagen. Doch braucht es dazu den Muttertag? Ich meine nicht.

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