Zwischenruf!

Oberbürgermeister #Goslar

 

Zwischenruf / Kiesabbau

 

Sep 8, 2021

In der vergangenen Woche habe ich mich mit Vertretern der neu gegründeten Bürgerinitiative „Kein Kiesabbau in Wiedelah“ vor Ort in Wiedelah getroffen.

 

 

Das Vorhaben der Firma Raulf, in Wiedelah Kies abzubauen, hat die Bevölkerung im Ort verunsichert und Kritik ausgelöst.

 

Wichtig ist zunächst festzuhalten, dass die Firma Raulf einen Anspruch auf eine sachliche und rechtlich einwandfreie Prüfung des Antrages hat. Zuständig für die Bearbeitung ist (leider) nicht die Stadt Goslar, sondern der Regionalverband in Braunschweig.

 

Die Stadt Goslar ist zunächst als Träger öffentlicher Belange gefordert, die Anforderungen zu den von ihr zu vertretenden Belangen zu formulieren. Ein deutlicher Schwerpunkt wird dabei auf den Auswirkungen für die Wohnbevölkerung liegen.

 

Ich persönlich sehe das Kiesabbauvorhaben kritisch, weil es eine Beeinträchtigung der Lebensqualität in Wiedelah bedeutet. Genau dort liegt aber unserer Vorteil. Menschen leben gerne in Wiedelah, weil Infrastruktur und Lebensqualität stimmen. Dabei muss es bleiben.

 

Ich sehe das Vorhaben aber auch aus fachlicher Sicht kritisch. Insbesondere wird die gesamte Siedlungsentwicklung unmöglich gemacht. Wer weiß heute, welche Flächen wir für Wiedelah in 20 Jahren brauchen? Das gilt nicht nur für Wohnhäuser, sondern auch für öffentliche Infrastruktur. Wiedelah wäre gefangen zwischen Autobahn, Schienen und Kiesabbau.

 

Außerdem soll der Kiesabbau in einer Vorrangfläche für Trinkwasser stattfinden. Das passt nicht zusammen!

 

Dazu kommt: Verkehrsbelastungen, Grundwasserabsenkungen, Beeinträchtigung der angrenzenden Kläranlage, Beeinträchtigung von Umwelt und Natur – hier denke ich an die Natur- und Vogelschutzgebiete um den Wiedelaher See.

 

Brauchen wir denn im Jahr 2021 überhaupt noch Kiesabbau im derzeitigen Umfang in Deutschland? Ich sehe dringenden Handlungsbedarf auf Ebene des Bundes und des Landes.

 

Es ist heutzutage nicht mehr nötig, die Umwelt auszubeuten, um an Bodenschätze zu kommen, wenn doch stattdessen Recycling in großem Umfang möglich ist. Die Recyclingquote bei Baustoffen muss gesteigert werden – für unsere Umwelt und für unsere Lebensqualität.

 

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