Pressemeldung zum erforderlichen Neustart für die Messe Hannover
Die aktuellen Entwicklungen rund um die Deutsche Messe AG zeigen deutlich: Hannover steht an einem Wendepunkt. Der massive Sanierungsstau von rund einer Milliarde Euro, sinkende Besucherzahlen der Hannover-Messe von 225.000 im Jahr 2017 auf nur noch 110.000 und der zunehmende Bedeutungsverlust des Messestandortes dürfen nicht länger verwaltet werden – sie müssen endlich entschlossen angegangen werden. Auch an der Stelle zeigt sich, dass die Stadt Hannover nicht funktioniert. Land und Stadt sind nicht erst in einem Wahlkampfjahr in der Pflicht, zu liefern.“
Die Verantwortung für den Gesamterfolg hört allerdings nicht an der Stadtgrenze auf. Stadt, Land und Region Hannover müssen dieser gemeinsam gerecht werden. Das gilt für die Region deshalb umso stärker, da sie die symbolischen Restanteile von 0,13% im Jahr 2024 an die Landeshauptstadt übertragen hat.
Wofür seht die Hannover-Messe? Sicherheit? Energie? Digitalisierung? Industrielle Transformation? KI? Dieser Gemischtwarenladen ist auch ein Grund dafür, warum die Hannover Messe unattraktiver geworden ist - ein Alarmsignal für die gesamte Region. Horten, Hertie, Kaufhof und Karstadt haben in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten bereits hinreichend bewiesen, dass „alles unter einem Dach“ aktuellen Ansprüchen nicht mehr gerecht wird.
Die Messe ist weit mehr als nur ein Veranstaltungsgelände. Sie ist ein internationaler Imagefaktor für Hannover und die gesamte Region, ein Schaufenster für Wirtschaftskraft, Innovation und Zukunftsfähigkeit.
Der angekündigte Neustart darf deshalb nicht allein Aufgabe von Stadt und Land bleiben. Es ist eine Gesamtaufgabe der Region. Neben inhaltlicher Profilschärfung und neuem Flächenkonzept mit Besucherlenkung darf sich auch die Region Hannover mit Regionsverwaltung und Regionsversammlung die Frage stellen, wie sie ihrer Verantwortung für den Messe-Neustart gerecht wird. Hierzu gehört ein selbstkritischer Umgang damit, ob der Streik zum Messestart nicht hätte verhindert werden können und wie eine attraktive Anbindung der Messe neben dem Umbau des Hannoveraner Hauptbahnhofs gelingen kann. Von funktionieren Rolltreppen bis hin zu transparenten Angeboten, die Attraktivität eines Standorts hängt auch von einer guten Kooperation von Schnittstellen ab.
Sicher ist: Die wirtschaftlichen Effekte reichen weit über die Stadtgrenzen der Landeshauptstadt hinaus: Hotels, Gastronomie, Mittelstand, Handwerk, Mobilität und Arbeitsmarkt profitieren in der gesamten Region vom Erfolg der Messe. Darum wird insbesondere ein gemeinschaftliches Willkommenskonzept von Land, Stadt und Region benötigt.
Konkret müssen sie sich die Fragen stellen: Sind Stadt und Region mit öffentlichen Räumen, kulturellen Angeboten bis hin zu Restaurants und Hotels Teil einer Messe-Idee oder bleibt diese isoliert auf einer Messefläche, die Messebesuchern an Event und sozialer Begegnung nichts zu bieten hat.
„Hannover darf nicht Mittelmaß bleiben und sich nicht kleiner machen. Die Region Hannover muss wieder Anspruch entwickeln. Die Messe kann dabei Motor und Symbol eines Neustarts werden