Meine Themen für die Region Hannover
©Henning Steffen
Neustart der Regionsidee.
Im Mittelpunkt stehen für mich die 21 Städte und Gemeinden der Region. In der Region organisieren wir nur das, was keiner allein besser kann. Ich möchte die Kompetenzen der 21 Kommunen stärken. Was vor Ort erledigt werden kann, das wird auch in den Rathäusern und nicht im Regionshaus erledigt. Weil die Aufgaben dort schneller, bürgernäher, sparsamer und effizienter erledigt werden können. Ich war selbst zehn Jahre Oberbürgermeister einer kreisangehörigen Kommune und weiß deshalb sehr genau, wovon ich hier spreche.
Die Idee der Region Hannover war richtig. Und weil kommunale Aufgaben komplexer werden, ist die Idee heute sogar noch richtiger als vor 25 Jahren. Aber das, was wir heute erleben, hat mit der ursprünglichen Idee der Region immer weniger zu tun.
Gedacht war die Region einmal dafür, gemeinsam stärker zu werden überall dort, wo Zusammenarbeit sinnvoll ist, und Entscheidungen vor Ort zu lassen, wo sie vor Ort besser getroffen werden. Doch stattdessen erleben wir heute: immer größere Verwaltungsstrukturen, immer mehr Zuständigkeiten und Themen auf Ebene der Region, immer höhere Standards, immer höhere Umlagen, immer mehr Schulden — und immer weniger Überblick, insbesondere über die Aktivitäten in den Beteiligungen.
Und dabei sind auch die Finanzen der Region völlig aus dem Blick geraten. Für das Jahr 2027 wird ein Defizit von über 300 Millionen Euro erwartet. Waren die Gesamtschulden der Region in 2024 noch rund 500 Millionen Euro, steigen diese im Plan bis 2029 auf nahezu 3,3 Milliarden. Das bedeutet eine Steigerung der Pro-Kopf-Verschuldung von 456 Euro auf knapp 2.000 EUR, das sind 336 Prozent. So geht verantwortungsvolle Finanzpolitik jedenfalls nicht. Das verengt Handlungsspielräume in der Zukunft zu Lasten der nächsten Generationen.
Deshalb: Neustart der Regionsidee. Neustart für die Region.
Neustart der Regionsverwaltung.
Ich trete an für eine Verwaltung, die geführt wird, die schlanker und schneller wird. Der Neustart heißt für mich: Genehmigen. Beschleunigen. Bürokratie abbauen.
Eine Verwaltung muss entscheiden statt vertrösten – und den Anspruch haben, dass Dinge gelingen. Es darf nach dieser Kommunalwahl kein „Weiter so“ geben.
Keine neuen Überschriften für alte Probleme. Keine zusätzlichen Projektgruppen mit Logos, Lenkungskreisen und Abschlussberichten für die Schublade.
Es geht um einen Perspektivwechsel. Um eine neue Haltung.
Um eine Verwaltung, die wieder ermöglicht statt erklärt, warum etwas nicht geht.
Es geht um eine neue Verwaltungskultur: Eine Verwaltung, die genehmigt statt verhindert. Eine Verwaltung, die möglich macht statt blockiert. Ich möchte eine Regionsverwaltung, die besser wird; eine Regionsverwaltung, die sich auf ihre Aufgaben konzentriert.
Ich war zehn Jahre Verwaltungschef und habe mich in den vergangenen vier Jahren als Hochschullehrer mit Verwaltungsoptimierungen beschäftigt. Es ist machbar, wenn wir es wollen:
Aufgabenkritik, statt Aufgabenwachstum.
Und zu oft erleben Bürgerinnen und Bürger: lange Verfahren, komplizierte Formulare, unklare Zuständigkeiten und immer neue Nachweise.
Regeln sind wichtig. Aber gute Verwaltung erkennt auch, wann Regeln den Menschen nicht mehr dienen.
Die Region Hannover hat beste Voraussetzungen, Vorreiterin für moderne und schlanke Kommunalverwaltung zu werden: Wir haben Größe. Wir haben Kompetenz. Wir haben leistungsfähige Beschäftigte.
Deshalb möchte ich konkret einen Bürokratie-TÜV einführen: Jede Fachverwaltung soll prüfen: Welche Regeln brauchen wir wirklich? Welche Verfahren helfen? Und was machen wir eigentlich nur noch, weil man es schon immer so gemacht hat?
Wir werden hier schlanker werden müssen. Denn jede Stunde, die wir bei unnötiger Bürokratie sparen, ist eine Stunde mehr für Bürgerinnen und Bürger.
Und ich möchte den “Einfachmacher” im Regionshaus einrichten. Eine Art Bürokratiemeldestelle, die abfragt, wo es klemmt. Ein Portal für Bürger, Unternehmerinnen/Unternehmer, Handwerkerinnen/Handwerker. Hier kann anonym oder mit Kontaktdaten hinterlegt werden: Was stört bei Anträgen, was kann erleichtert werden?
Viele Einwohnerinnen/Einwohner, Bürgerinnen/Bürger und Unternehmerinnen/Unternehmer erleben Verwaltung heute wie eine Blackbox. Niemand weiß: Wer entscheidet? Wie lange dauert es? Und warum werden Wochen später plötzlich neue Unterlagen verlangt?
Das muss besser werden. Wer einen Antrag stellt, muss wissen: Wer zuständig ist. Was fehlt. Und bis wann entschieden wird.
Deshalb möchte ich verbindliche Bearbeitungsfristen einführen. Und wir wollen, dass fehlende Unterlagen frühzeitig vollständig benannt werden — und nicht scheibchenweise über Monate hinweg.
Deshalb: Neustart für die Verwaltung. Neustart für die Region.
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Neustart für den Verkehr.
Nahverkehr muss funktionieren, sonst funktioniert unser Alltag nicht.
Wir brauchen endlich Verlässlichkeit von Bus und Bahn. Wir leben in der Region Hannover nicht gerne in ideologischen Verkehrskonzepten.
Wir leben im Alltag: Wir bringen Kinder weg, fahren zur Arbeit; kümmern uns um Angehörige, müssen einkaufen, haben Termine, Zeitdruck und schlechtes Wetter— und manchmal schlicht keine Lust auf dichtgedrängte Menschenmassen morgens um sieben in S-Bahnen.
Deshalb brauchen wir keine Verkehrsideologie.
Wir brauchen Mobilität, die funktioniert. Für Regionsbewohner genauso wie für die Hunderttausenden Ein- und Auspendler.
Gute Busse. Gute Bahnen. Gute Straßen. Gute Radwege.
Und auch: ausreichend Parkplätze an Haltestellen.
Und vor allem:
Die Freiheit, das Verkehrsmittel zu wählen, das zum Leben passt.
Denn Menschen steigen nicht um, weil man sie belehrt.
Sie steigen um, wenn das Angebot besser ist. Und sie steigen um, wenn der ÖPNV sicher und sauber ist.
Zum Vertragspartner Transdev:
Eine Kündigung des Vertragesaus Sicht der Region Hannover mit dem Betreiber Transdev steht aus meiner Sicht schon deshalb nicht mehr im Raum, da der Vertrag bereits 2034 ausläuft. Die Vorbereitung der Anschlusslösung – gleichgültig ob Üstra-Lösung oder neue Ausschreibung – benötigt hinreichend Zeit.
Deshalb: Neustart für den Verkehr in der Region. Neustart für die Region.
Neustart bei der Medizinstrategie: Kommunale Krankenhäuser erhalten.
Ich möchte eine Gesundheitsversorgung nah bei den Menschen. Es muss gelten: Kurze Wege, schnelle Hilfe. Eine gute Gesundheitsversorgung darf nicht vom Geldbeutel und Wohnort abhängen.
Überall wo Kliniken wackeln, wackelt das Vertrauen in Politik. Das sollte genug Anlass dafür bieten, die rot-grüne Medizinstrategie in der Region Hannover kritisch zu hinterfragen.
Natürlich verändert sich Medizin, natürlich haben wir Fachkräftemangel in der Medizin, aber das darf nicht zum Wegfall von medizinischer Versorgung außerhalb der Landeshauptstadt führen.
Die Strategie der Region war falsch: Die Auflösung der Krankenhäuser in Springe und Lehrte hat zu einer Verschlechterung der medizinischen Versorgung geführt. Hilfsleistungen verzögern sich. Die Notfallversorgung wird durch Krankenhäuser außerhalb der Region Hannover sichergestellt.
Wir brauchen auch in Zukunft Landkrankenhäuser. Und zwar in kommunaler Hand. Mir geht es um medizinische Sicherheit für alle Menschen in der Region, insbesondere für ältere Menschen. Mir geht es um Krankenhäuser als zentrales Element der Daseinsvorsorge.
Und ich habe mich klar positioniert: Die Notaufnahme des Kinder- und Jugendkrankenhauses auf der Bult erfüllt einen unverzichtbaren Auftrag für die Daseinsvorsorge.
Hier haben wir beinahe 30.000 Aufnahmen pro Jahr. Über die Finanzierung der Vorhaltekosten müssen wir reden.
©Henning Steffen
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Neustart: Vorrang für Wirtschaft und Arbeit.
Die Region Hannover benötigt einen klaren Fokus auf den Themen Wirtschaft und Arbeit. Die Wirtschaftsregion Hannover benötigt einen Neustart.
Ich möchte, dass bei uns weiter Autos gebaut und nicht Arbeitsplätze abgebaut werden. Industrie, Handwerk, Mittelstand – sie benötigen einen wirtschaftsfreundlichen Rahmen, damit Arbeitsplätze entstehen und bleiben.
Wirtschaftsfreundliche Politik ist nicht von der Anzahl der Wirtschaftsförderungsgesellschaften und der Anzahl der Beschäftigten in ihnen abhängig. Wirtschaftsfreundliche Politik fängt schon mit der Konzentration auf den Zustand der berufsbildenden Schulen an. Der Investitionsstau in diesem Bereich ist unverantwortlich.
Wir machen es der Wirtschaft zu schwer; Genehmigungen dauern zu lange.
Ich denke beispielsweise an Auflagen und Verfahren im Bereich der Bauordnung und der Denkmalpflege.Die Frage ist: Wollen wir genehmigen oder wollen wir verhindern?
Und die zweite Frage lautet: Wie lange brauchen wir?
Die Regionsverwaltung muss Möglichmachverwaltung werden.
Neustart auch für den Bereich Tourismus als Wirtschaftsfaktor. Dies bedeutet den Ausbau der Region Hannover als touristische Destination. Neustart für das Thema Image.
Das jüngst veröffentlichte Regionalranking des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt erneut: Die Region Hannover bleibt wirtschaftlich hinter ihren Möglichkeiten zurück.
Das neue Ranking beweist die fehlende Dynamik der Region Hannover. Hannover verfügt über nahezu alle Voraussetzungen einer Spitzenregion: zentrale Lage, starke Universitäten und Hochschulen, Industrie, Logistik, Infrastruktur und hohe Lebensqualität. Umso ernüchternder ist es, dass wir im bundesweiten Vergleich erneut nur im Mittelfeld landen.
Besonders problematisch ist nicht die fehlende wirtschaftliche Substanz, sondern die mangelnde Dynamik der Region.
Andere Regionen treten entschlossener auf, ziehen mehr Zukunftsbranchen an und entwickeln deutlich mehr wirtschaftliche Sichtbarkeit. Hannover wirkt dagegen oft zu behäbig, zu verwaltend und zu wenig ambitioniert.
Auch hier bestätigt sich die wenige Wochen alte Allensbach-Umfrage: Vom Land und der Region ist kein klares Bild vorhanden: Zuerst Lüneburger Heide, Volkswagen, Landwirtschaft und Nordsee.
Nicht blass. Nicht langweilig. Sondern lebendig, laut und attraktiv – so muss die Region daherkommen und wahrgenommen werden. Sichtbar und selbstbewusst. Nur ein starker, dynamischer Standort gewinnt Innovationen, Investitionen und Menschen, die hier leben und ihre Zukunft gestalten wollen
Ich fordere einen Mentalitätswechsel in der Regionspolitik und Regionsverwaltung und mehr strategischen Ehrgeiz für die wirtschaftliche Entwicklung Hannovers. Hannover ist nicht zu klein für die Spitze. Wir sind nur zu oft zu zufrieden mit dem Mittelfeld.
Neustart für die Messe.
Die Zahlen sind ein Alarmsignal. Massiver Sanierungsstaut. Sinkende Besucherzahlen der Hannover Messe auf nur noch rund 100.000 Besucher. Der Bedeutungsverlust muss angegangen werden und dabei hat auch die Region Verantwortung. Wofür seht die Hannover Messe? Sicherheit? Energie? Digitalisierung? Industrielle Transformation? KI? Dieser Gemischtwarenladen ist auch ein Grund dafür, warum die Hannover Messe unattraktiver geworden ist - ein Alarmsignal für die gesamte Region. Horten, Hertie, Kaufhof und Karstadt haben in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten bereits hinreichend bewiesen, dass „alles unter einem Dach“ aktuellen Ansprüchen nicht mehr gerecht wird.
©Henning Steffen
Die Messe ist weit mehr als nur ein Veranstaltungsgelände. Sie ist ein internationaler Imagefaktor für Hannover und die gesamte Region, ein Schaufenster für Wirtschaftskraft, Innovation und Zukunftsfähigkeit.
Der angekündigte Neustart darf deshalb nicht allein Aufgabe von Stadt und Land bleiben. Es ist eine Gesamtaufgabe der Region. Neben inhaltlicher Profilschärfung und neuem Flächenkonzept mit Besucherlenkung darf sich auch die Region Hannover mit Regionsverwaltung und Regionsversammlung die Frage stellen, wie sie ihrer Verantwortung für den Messe-Neustart gerecht wird.
Sicher ist: Die wirtschaftlichen Effekte reichen weit über die Stadtgrenzen der Landeshauptstadt hinaus: Hotels, Gastronomie, Mittelstand, Handwerk, Mobilität und Arbeitsmarkt profitieren in der gesamten Region vom Erfolg der Messe. Darum wird insbesondere ein gemeinschaftliches Willkommenskonzept von Land, Stadt und Region benötigt.
Konkret müssen sie sich die Fragen stellen: Sind Stadt und Region mit öffentlichen Räumen, kulturellen Angeboten bis hin zu Restaurants und Hotels Teil einer Messe-Idee oder bleibt diese isoliert auf einer Messegelände, die Messebesuchern an Event und sozialer Begegnung nichts zu bieten hat.
Neustart für Wirtschaft und Arbeit strahlt in viele Bereiche. Wir brauchen Gründungen und Start-ups. Wir brauchen gelingende Betriebsübergaben. Wir brauchen eine lebenswerte Region für Fachkräftebindung und Bleibeperspektiven.
Neustart auch für den Bereich der Landwirtschaft. Unsere Bauern sind keine Gegner, wenn es um Klima- und Umweltschutz geht, sondern unsere Partner. Unsere Landwirte versorgen uns mit regionalen Produkten, erhalten die Kulturlandschaft und tragen zur regionalen Wertschöpfung bei. Auch sie sind wichtiger Teil unserer Wirtschaft.
Neustart auch für den Bereich des Einzelhandels. In den vergangenen 10 Jahren ist die Anzahl der Betriebe in diesem Bereich um 20 Prozent zurückgegangen, die Verkaufsfläche um 7 Prozent gesunken.
Deshalb: Neustart für Wirtschaft und Arbeit. Neustart für die Region.
Neustart beim Thema Sicherheit.
Sicher leben. Jeden Tag. Darum geht es mir.
25 Jahre Region Hannover zeigen: Um die Sicherheit hat sich rot-grün zu wenig gekümmert. Jetzt im Wahlkampf wird das Thema entdeckt. Das ist so unglaubwürdig wie inkonsequent.
Sicherheit ist mein Zukunftsversprechen.
Wir reden über Sicherheit, und zwar in allen Lebenslagen. Sicherheit ist nicht nur Statistik. Sicherheit ist Gefühl.
Es geht um die Sicherheit in Bussen und Bahnen, an Haltestellen und auf Parkplätzen. Es geht um die Sicherheit im Öffentlichen Raum.
Konkret heißt das: Beleuchtung, Sauberkeit (das ist mehr als die kleine Schwester von Sicherheit), mehr Präsenz und Sichtbarkeit von Sicherheitspersonal, Ausweitung von Videoüberwachung, Verstärkung der Prävention.
Wegschauen ist keine Option. Unsere Region muss ein Ort sein, an dem Menschen sich sicher fühlen – nicht nur in Sonntagsreden und Wahlkampfflyern, sondern im Alltag.
©Henning Steffen
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Neustart für die Regionsschulen.
In 25 Jahren Region wurde ein Investitionsstau in den Regionsschulen von etwa einer Milliarde Euro aufgehäuft. Das ist unverantwortlich. Ich fordere deshalb den Neustart für die Regionsschulen.
Ich möchte moderne Schulen, gute Ausstattung und beste Bildungschancen für unsere Kinder. Darum geht es.
Unser wichtigster Standortfaktor steht morgens nicht im Gewerbegebiet, sondern sitzt im Klassenzimmer und im Hörsaal. Er lernt in unseren Berufsbildenden Schulen – und in den Förderschulen der Region.
Bildung entscheidet über wirtschaftliche Stärke, sozialen Zusammenhalt und am Ende auch über demokratische Stabilität.
Diese Region Hannover ist eben nicht nur Verwaltungsraum. Sie ist Wissenschaftsraum. Sie ist Ausbildungsraum. Sie ist Innovationsraum.
Ich spreche über Schulen nicht abstrakt. Ich erlebe Stärken und Schwächen unseres Bildungssystems täglich, meine vier Töchter gehen noch zur Schule. Und ich sehe bei meinen Kindern, wie Stärken und Schwächen von Kindern – wie bei jedem von uns ganz unterschiedlich verteilt sind. Und für jedes Kind werden wir in unserem Bildungs- und Ausbildungssystem passgenaue Lösungen finden müssen und auch finden. In Ausbildung und Studium ist es schon zu spät. Wir brauchen die nötigen baulichen und personellen Voraussetzungen in den Schulen, in jedem Schulsystem. Auch in den Förderschulen, die aus purer Ideologie von den rot-grünen Mehrheiten vernachlässigt werden - auf dem Rücken von jungen Menschen, die unsere besondere Aufmerksamkeit verdienen.
Und wir brauchen die Konzentration auf eine wichtige Aufgabe der Region Hannover: Stärkung der Berufsschulen und beruflichen Gymnasien und Ausbau der dualen Ausbildung.
Bildung ist Standortfaktor – und ein Bleibefaktor. Deshalb: Schulen, Hochschulen, Universität und berufliche Bildung – raus aus dem Nebeneinander, rein ins Miteinander.
Neustart beim Thema Wohnen und Soziale Sicherheit.
Wir brauchen in der Region mehr Wohnungen und wir brauchen bezahlbare Wohnungen. Und was kann die Region hier konkret tun? Schnellere Genehmigungen und weniger Bürokratie schaffen bezahlbaren Wohnraum. Aktiver werden mit eigenen kommunalen Wohnungsbaugesellschaften.
Wohnen ist eine der wichtigsten sozialen Fragen unserer Zeit: steigende Einwohnerzahlen, wachsende Wohnungsnachfrage, immer mehr Ein-Personen-Haushalte, immer mehr Quadratmeter Wohnfläche pro Person und vor allem rasant steigende Bau- und Mietpreise.
Für viele Menschen wird Wohnen zur Existenzfrage.
Für mich ist klar: Menschen entscheiden selbst, wo und wie sie leben wollen. Auftrag der Region ist, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass diese Wahl für die Menschen auch wirklich besteht. Und das geht nicht durch Mietdeckel und mehr Staat. Wir haben es doch selbst in der Hand. Wohnen wird nicht günstiger, weil Preise eingefroren werden. Sie werden dann günstiger, wenn Angebot und Nachfrage besser zusammenpassen als heute - steigende Preise sind nicht immer Gier, immer aber ein Zeichen von Knappheit.
Wir müssen das Problem an der Wurzel packen und schneller werden: schneller genehmigen, schneller planen, schneller entwickeln.
©Henning Steffen
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Neustart für den Klima- und Umweltschutz in der Region.
Ich wünsche mir eine Klima- und Umweltpolitik mit Vernunft. Hitzewellen, Starkregenereignisse, Hochwasser und Waldbrände beweisen, dass wir hier ein wichtiges Thema zu bearbeiten haben.
In den Vordergrund gehört das Thema Wasser. Deshalb gehören der Schutz des Grundwassers und eine sichere Trinkwasserversorgung in Zukunft zu den wichtigsten Aufgaben der Region Hannover. Zunehmende Hitzeperioden lassen den Wasserbedarf im Sommer steigen, während sich die Grundwasserspeicher langsamer füllen. Ich möchte deshalb Wasserschutz, Klimaanpassung, Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Siedlungsentwicklung gemeinsam denken.
Für eine zukunftsfähige Wasserversorgung sollte bei der Stadtentwicklung das „Schwammstadt-Prinzip“ von Anfang an mitgedacht werden. Maßnahmen wie entsiegelte Flächen, Regenwasserrückhaltung, Versickerungsmulden und mehr Grünflächen verbessern den natürlichen Wasserrückhalt, entlasten die Kanalisation und leisten einen wichtigen Beitrag zur Grundwasserneubildung.
Entsiegelung ist ein wichtiger Baustein der Klimaanpassung. Die Region Hannover muss für ihre eigenen Liegenschaften mit gutem Beispiel vorangehen.
Ich unterstütze die Prüfung und Umsetzung neuer Verfahren zur Wasserwiederverwendung und Klarwasseraufbereitung.
Grundwasser ist ein „langsames System“, das zunehmend unter Druck gerät, weil sich Niederschlag, Entnahme und Grundwasserneubildung immer weiter auseinanderentwickeln. Ich nehme wahr, dass sich betroffene Land- und Forstwirte und Enercity nicht einig sind in einer zentralen Frage: Sinkt der Grundwasserspiegel durch Wasserrechte bzw. Entnahmeerlaubnisse? Die Region muss die bestehenden Messprogramme des NLWKN und der Wasserversorger enger begleiten, die vorhandenen Daten stärker zusammenführen und regelmäßig auswerten. Wo erforderlich, sollte das Messnetz gezielt weiterentwickelt werden.
Die Untere Wasserbehörde muss Wasserrechte sorgfältig und auf Grundlage der gesetzlichen Vorgaben prüfen. Ich setze mich für transparente, nachvollziehbare und fachlich fundierte Entscheidungen ein. Bei wasserrechtlichen Entscheidungen müssen sowohl der Schutz des Grundwassers als auch die langfristige Trinkwasserversorgung, die Belange der Landwirtschaft, der Forstwirtschaft und des Naturhaushalts angemessen berücksichtigt werden.
Angesichts zunehmender Trockenperioden und eines steigenden „Grundwasserstresses“ wird Wasser zur Chefsache.
Neustart für das Thema Ehrenamt.
Ich möchte die Region Hannover zur Ehrenamtsregion Nr. 1 in Deutschland machen.
Ehrenamtsregion Nr. 1 heißt: Haltung, Struktur und Räume.
Es geht also gerade nicht um mehr oder andere Logos und Projekte, ein neues Verwaltungsexperiment oder eine Marketingkampagne.
Ehrenamtsregion Nr. 1 heißt: Das Hauptamt stützt und fördert das Ehrenamt. Nur folgende Stichworte: Hilfe bei Anträgen, Fördermitteln, Genehmigungen, Digitalisierungsprozessen und notwendiger Veränderung der Vereinsarbeit.
Mein 10-Punkte-Plan lautet hier konkret:
1. Ehrenamtskultur und Ehrenamtsstruktur in der Verwaltung
2. Wertschätzung für das Ehrenamt
3. Räume für das Ehrenamt
4. Finanzielle Ausstattung: Weg von Projekten, hin zu langfristiger Tragfähigkeit
5. Kompetenzen und Qualifikationen
6. Weniger Bürokratie
7. Die Digitalisierung als Chance begreifen
8. Zugänge zum Ehrenamt
9. Ehrenamt flexibler und informeller gestalten
10. Ergebnisse messen
Und: Ehrenamt braucht Zeit. Wer Ehrenamt will, muss Zeit ermöglichen (Beispiele: kommunale Freistellungsvereinbarungen mit lokalen Betrieben, Region als Arbeitgeber mit Vorbildfunktion, Sitzungsfreundliche Zeiten).
Die Region kann keine Motivation für das Ehrenamt kaufen, wir können aber Zeit kaufen durch Entlastung, Vereinfachung und Infrastruktur.
Ehrenamt benötigt sichtbare Wertschätzung nicht nur an einem Ehrenamtsabend, sondern jeden Tag.
Diese Ehrenamtsregion Nr. 1 in Deutschland möchte ich gemeinsam mit den vielen Menschen schaffen, die sich ehrenamtlich für die Region Hannover engagieren. Es geht darum, Maßstäbe zu setzen und Vorbild für viele andere Landkreise und Städte in Deutschland zu werden. Weil Ehrenamt getragen und ermöglicht wird.
Seit meinem 14. Lebensjahr engagiere ich mich im Ehrenamt und im kommunalpolitischen Ehrenamt. Seit über 10 Jahren bin ich Präsident des Harzklubs, eines Wander-, Heimat- und Naturschutzvereins mit über 11.000 Mitgliedern.
Und ich arbeite in einem Forschungsprojekt zur Stärkung des Ehrenamts der Hochschule Harz und der Deutschen Stiftung für Ehrenamt und Engagement.
Ich habe das Ehrenamt als systemrelevant identifiziert und erlebe es täglich als bereichernd.
©Henning Steffen
©Henning Steffen