Mittel für Vereine und Schulen - nicht für Koordination und Verwaltung

Schwimmoffensive beenden - Mittel für Vereine und Schulen zur Verfügung stellen:


Schwimmoffensive beenden – Mittel gezielt und gerecht in Schulen und Vereinen einsetzen

 

Die Kritik des Regionssportbundes an der sogenannten „Schwimmoffensive“ ist nachvollziehbar und konsequent. Der angekündigte Ausstieg des Verbandes (Neue Presse vom 02.05.2026) ist der richtige Zeitpunkt, dieses Projekt zu beenden und ab dem kommenden Haushaltsjahr keine weiteren Mittel aus dem Regionshaushalt mehr bereitzustellen.

 

Unbestritten ist: Schwimmfähigkeit von Kindern ist ein zentrales gesellschaftliches Anliegen. Die während und nach der Corona-Pandemie entstandenen Defizite mussten aufgearbeitet werden – hierfür war die Schwimmoffensive ein geeignetes Instrument.

 

Heute zeigt sich jedoch deutlich, dass das Projekt seine ursprüngliche Funktion erfüllt hat und strukturelle Schwächen aufweist.

 

So fließt mittlerweile mehr Geld in Verwaltung, Koordinierung und Öffentlichkeitsarbeit als direkt in Schwimmkurse. So wird aus einer Antwort der Regionsverwaltung auf eine Antwort einer Anfrage von Bernward Schlossarek vom 23.04.2026 deutlich, dass in den Jahren 2022 bis 2025 wurden rund 585.000 Euro für die Koordinierungsstruktur ausgegeben, während nur etwa 496.000 Euro unmittelbar in Kursangebote investiert wurden.

 

Zudem offenbart die Umsetzung erhebliche regionale Ungleichgewichte. Ein Großteil der Maßnahmen konzentriert sich auf die Landeshauptstadt Hannover, während Kinder aus zahlreichen Kommunen – darunter Burgdorf, Neustadt am Rbge., Pattensen oder Uetze – bislang nicht berücksichtigt wurden.

 

Gleichzeitig fehlt es an Transparenz und Steuerung. Die Regionsverwaltung finanziert eine Koordinationsstruktur, verfügt aber nach eigener Aussage nicht über detaillierte Kenntnisse der Aufgabenverteilung innerhalb der Projektpartner. Eine unabhängige externe Evaluation zur tatsächlichen Wirkung des Programms existiert ebenfalls nicht.

 

Besonders kritisch ist, dass trotz dieser erkennbaren Defizite derzeit keine strukturellen Anpassungen vorgesehen sind.

 

Vor diesem Hintergrund ist es konsequent, die Schwimmoffensive in ihrer jetzigen Form zu beenden.

 

Der Regionssportbund macht eine sehr gute Arbeit für die gesamte Region Hannover. Er erfüllt wichtige Funktionen und die Kritik ist deshalb besonders ernst zu nehmen. Die Mittel sollten künftig gezielt und unmittelbar den Sportvereinen sowie Schulen zur Verfügung gestellt werden. Dort entstehen nachhaltige Strukturen, werden Kinder langfristig an Bewegung und Sport gebunden und das Ehrenamt gestärkt.

 

Statt paralleler Projektstrukturen braucht es eine Stärkung der bestehenden Systeme – effizient, transparent und gerecht für die gesamte Region. Auch an dieser Stelle wird sichtbar: Die Region benötigt einen Neustart.

Oliver Junk