Bezugnahme zu der HAZ-Umfrage „Hannover, wie geht es dir?“
Diese Zahl sollte die Verantwortlichen in der Region Hannover alarmieren: 45,1 Prozent der Befragten fühlen sich abends und nachts in öffentlichen Verkehrsmitteln oder an Haltestellen eher oder sehr unsicher. Nur 22,4 Prozent fühlen sich in diesen Situationen sicher. Das zeigt der aktuelle „Hannover-Kompass“ der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung mit mehr als 12.700 Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Die Umfrage ist zwar nicht repräsentativ, liefert aber ein deutliches Stimmungsbild.
Für Bernward Schlossarek, Vorsitzender der CDU-Regionsfraktion, ist das ein klarer Handlungsauftrag:
„Wer möchte, dass die Menschen häufiger Bus und Bahn nutzen, darf nicht ignorieren, dass sich fast jeder Zweite dort abends oder nachts unsicher fühlt. Gute Taktung und günstige Preise allein machen noch keinen attraktiven ÖPNV. Die Menschen müssen darauf vertrauen können, dass sie sicher einsteigen, sicher unterwegs sind und sicher nach Hause kommen.“ Oliver Junk ergänzt: „Wer Bus und Bahn stärken will, darf die Angst der Fahrgäste nicht ignorieren. Ein moderner ÖPNV muss zuverlässig, sauber und sicher sein.“
Dabei zeige die Umfrage ausdrücklich, dass die Menschen den öffentlichen Nahverkehr grundsätzlich positiv bewerten. 86,4 Prozent der Befragten in der Landeshauptstadt Hannover beurteilen die Anbindung durch Bus und Stadtbahn als sehr gut oder eher gut. „Das ist die eigentliche Botschaft der Umfrage: Die Menschen wollen den ÖPNV – aber sie wollen einen ÖPNV, in dem sie sich auch sicher fühlen. Deshalb brauchen wir einen Neustart bei der Sicherheit“, so Schlossarek.
Die CDU fordert deshalb, die Sicherheit im ÖPNV stärker zum festen Bestandteil der regionsweiten Verkehrspolitik zu machen. Dazu gehören aus Sicht von Bernward Schlossarek und Oliver Junk insbesondere mehr sichtbare Präsenz an bekannten Problempunkten, eine bessere Beleuchtung und Gestaltung von Haltestellen sowie eine engere Zusammenarbeit von Region, Verkehrsunternehmen, Kommunen und Polizei.
Schlossarek: „Wir brauchen keine Sonntagsreden oder Wahlversprechen von Sozialdemokraten, die Singapur als Vorbild für einen attraktiven ÖPNV proklamieren, sondern konkrete Verbesserungen dort, wo die Menschen sie jeden Tag erleben. Wenn Fahrgäste nachts an einer Haltestelle stehen oder aus der Stadtbahn steigen, muss das Gefühl sein: Hier bin ich sicher. Es ist jemand da, wenn etwas passiert“.
Oliver Junk verweist darauf, dass auch hier ein „Neustart“ in der Region Hannover notwendig ist. „Wenn sich beinahe jeder Zweite sich abends oder nachts unsicher fühlt, hat Politik Fehler gemacht. Die Zeit ist gekommen, das Unsicherheitsgefühl mit konkreten Maßnahmen kurzfristig positiv zu verändern“, so Junk.
„Wir sollten allerdings nicht den Fehler machen, Sicherheitsgefühl und tatsächliche Sicherheit gegeneinander auszuspielen. Beides gehört zusammen. Wenn Menschen aus Angst abends auf Bus und Bahn verzichten, ist das ein verkehrspolitisches Problem – und ein gesellschaftliches. Sicherheit ist kein Zusatzangebot und kein Luxus. Sicherheit ist eine Voraussetzung dafür, dass unser ÖPNV funktioniert und akzeptiert wird. Deshalb gehört Sicherheit zum Neustart für die Region“, erklärt Schlossarek abschließend.