Neustart beim Bildungs- und Teilhabepaket: Anspruch muss ankommen

Oliver Junk kritisiert: „Die Region darf nicht nur zählen, wie viel Geld sie ausgibt – sie muss wissen, wie viele Kinder sie in welchen Orten tatsächlich erreicht.“

Hintergrund von Junks Kiritik ist die Pressemeldung der Region vom 12.08. über die Leistungen des Bildungs- und Teilhabepaketes. Hier informiert die Region Hannover um Schuljahresbeginn über das Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) und verweist auf insgesamt rund 60,6 Millionen Euro, die im Jahr 2025 für entsprechende Leistungen ausgezahlt wurden. Gleichzeitig nennt die Region eine geschätzte Zahl von 80.000 bis 85.000 Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die grundsätzlich Anspruch auf BuT-Leistungen haben. Tatsächlich nahmen im vergangenen Jahr 36.125 junge Menschen entsprechende Leistungen in Anspruch. Besonders auffällig ist die geringe Nutzung der Teilhabeleistung für Sport, Kultur und Freizeit: Nur 7.883 Kinder machten davon Gebrauch.

Für Oliver Junk sind diese Zahlen Anlass für eine grundsätzliche Frage: „Wie viele anspruchsberechtigte Kinder erreicht die Region tatsächlich?“

„Das Bildungs- und Teilhabepaket ist eine gute und wichtige Leistung. Kein Kind sollte vom Sportverein, von Musikunterricht oder von gemeinsamen Freizeitaktivitäten ausgeschlossen sein, weil das Geld der Familie nicht reicht. Aber eine Leistung ist nur dann erfolgreich, wenn sie bei den Menschen ankommt, für die sie gedacht ist“, erklärt Oliver Junk.

Besonders aufmerksam mache die Aussage der Region, dass viele Familien gar nicht wüssten, welche Unterstützung ihnen zustehe. „Wenn die Region selbst feststellt, dass Informationen über bestehende Ansprüche nicht alle Familien erreichen, dann darf sie sich damit nicht zufriedengeben. Die Information muss dort ankommen, wo die Familien sind – und zwar verständlich, unkompliziert und möglichst frühzeitig.“ Wichtig ist Junk dabei, dass es nicht nur um die Wege der Information geht, sondern auch um die verständliche Information selbst.

„Unabhängig von leichter Sprache muss eine Verwaltung stets in einfacher und zielgruppengerechter Sprache unterwegs sein. Vielleicht sollte hier ein Schwerpunkt anstelle der Gendersprache liegen! spitzt Junk zu.

Junk fordert deshalb einen Neustart bei der Reichweite des Bildungs- und Teilhabepakets. Dazu gehöre vor allem Transparenz darüber, wie sich die Inanspruchnahme innerhalb der Region Hannover verteilt.

„Mich interessiert nicht nur die Gesamtzahl für die Region. Ich möchte wissen, wie die Situation in den 21 regionsangehörigen Städten und Gemeinden aussieht. Gibt es Kommunen, in denen das BuT deutlich besser angenommen wird als in anderen? Wo liegen die Ursachen? Und was kann die Region von Kommunen lernen, die besonders viele Familien erreichen?“

Gerade die kommunalen Unterschiede seien entscheidend. „Bildungs- und Teilhabechancen dürfen nicht davon abhängen, in welcher Stadt oder Gemeinde ein Kind lebt. Wenn es bei der Inanspruchnahme deutliche Unterschiede gibt, muss die Region hinschauen und dort nachbessern, wo Familien noch nicht ausreichend erreicht werden.“

„Mein Ziel ist klar: Neustart bedeutet für uns, dass Unterstützung nicht nur angeboten wird, sondern auch ankommt. Anspruch muss zu Teilhabe werden. Und Teilhabe darf nicht vom Wohnort abhängen.“

Oliver Junk