So kann und darf es nicht weiter gehen. Jetzt muss gehandelt werden.

Die rasant zunehmende Verschlammung des Steinhuder Meeres bedroht den Wassersport, den Tourismus und die Naherholung – und damit einen bedeutenden Wirtschafts- und Lebensraum unserer Region. Die Zahl der Boote auf dem Steinhuder Meer hat sich bereits halbiert. Segeln und Wassersport werden zunehmend eingeschränkt oder ist in Teilen kaum noch möglich. Das hat ganz unmittelbare negative Folgen für Vereine, Gastronomie, Beherbergungsbetriebe und zahlreiche weitere Unternehmen, deren Wertschöpfung vom Steinhuder Meer abhängt. 

Nach einem erneuten Ortstermin auf Einladung der Ortsbürgermeisterin Christiane Schweer und dem CDU-Vorsitzenden Steinhude Patrick Meyer sowie Gesprächen mit Betroffenen hält Junk fest:  

„Es ist nicht fünf vor zwölf – es ist bereits fünf nach zwölf.“

Da dauerhaft mehr Schlamm entsteht als entnommen wird, verlieren wir Jahr für Jahr ein Stück Nutzbarkeit des Sees. Die Verantwortlichkeiten sind dabei klar: Das Steinhuder Meer gehört dem Land Niedersachsen. Das Amt für regionale Landesentwicklung Leine-Weser (ArL) nimmt die Rechte und Pflichten des Landes als Eigentümer wahr. Dazu gehört ausdrücklich die Gewässerunterhaltung einschließlich der Entschlammung. Der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) ist die wasserwirtschaftliche Fachbehörde und muss insbesondere die fachlichen Grundlagen für Schlammmanagement, Wasserhaushalt, Nährstoffeinträge und die weitere Entwicklung des Sees liefern. Die Region Hannover wiederum ist Untere Naturschutzbehörde und damit insbesondere in Verantwortung für die dringend notwendigen Polderplätze.  

Als Regionspräsident wird Junk deshalb die Möglichkeiten der Region konsequent nutzen: „Wir werden sehr schnell neue Polderflächen genehmigen, damit der Schlamm in unmittelbarer Nähe des Steinhuder Meers entwässert und gelagert bzw. weiterbehandelt und entsorgt werden kann.“

Mehr Entschlammung funktioniert nur, wenn auch genügend Polder- und Entsorgungskapazitäten vorhanden sind. Hier steht die Regionsverwaltung bisher auf der Bremse. Es reicht also nicht, vom Land schlicht „mehr Schlamm absaugen“ zu verlangen. Die Entschlammungskette muss sichergestellt werden: Gerät, Leitungen, Polderflächen, Entwässerung und Verwertung/Entsorgung des Schlamms. 

Es müssen die notwendigen wasser- und naturschutzrechtlichen Verfahren Zuständigkeitsbereich endlich mit hoher Priorität bearbeitet werden und ganz konkret die Frage beantwortet, ob der Naturschutz gegenüber Ansprüchen von Sport und Tourismus zurückzutreten hat. „Ich möchte kein Wattwanderungserwartungsland, sondern ein Steinhuder Meer, das den Namen auch weiterhin verdient“, macht Junk klar. Vor allem aber müssen ArL, NLWKN und Region aus dem bisherigen Diskursprozess jetzt einen konkreten Maßnahmen-, Finanzierungs- und Zeitplan machen. Das heißt: Er erwarte vom Land als Eigentümer des Sees ein dauerhaft finanziertes Entschlammungsprogramm. Die jährliche Entnahme muss wenigstens doppelt so hoch sein wie die tatsächlichen Schlammneubildung. Dazu müssen ausreichende Polderkapazitäten und die notwendige technische Infrastruktur geschaffen beziehungsweise gesichert werden.  

Wir brauchen jetzt keine weitere Beschreibung des Problems, sondern klare Verantwortlichkeiten, Geld, Zielgrößen und Termine. Das Steinhuder Meer ist Naturraum, Sportstätte, Naherholungsgebiet und Wirtschaftsfaktor zugleich. Die Region Hannover wird ihre Verantwortung wahrnehmen. Die CDU werde ebenso klar einfordern, dass das Land Niedersachsen seiner Verantwortung als Eigentümer gerecht wird. 

„Unser Ziel muss klar sein: Das Steinhuder Meer muss auch für kommende Generationen ein lebendiger Natur-, Freizeit- und Wirtschaftsraum bleiben“, so Junk.

Oliver Junk