Von einem Bekenntnis läuft in Hannover kein Band

Junk kritisiert Ministerpräsident Olaf Lies: „Von einem Bekenntnis läuft in Hannover kein Band“

VW-Zukunftsplan lässt Zukunft des Werks Hannover ab 2031 offen – Regionspräsidentenkandidat Junk fordert konkrete Anschlussbelegung statt weiterer Absichtserklärungen. Regionspräsidentenkandidat Oliver Junk kritisiert Ministerpräsident und VW-Aufsichtsrat Olaf Lies scharf für seine Zustimmung zum neuen Zukunftsplan des Volkswagen-Konzerns. Aus Sicht Junks bleibt die entscheidende Frage für Hannover weiterhin unbeantwortet: Was wird nach 2031 im Werk Hannover-Stöcken produziert?

„Wie konnte Ministerpräsident Olaf Lies einem Zukunftsplan zustimmen, der für Hannover gerade keine konkrete Zukunftsperspektive enthält? Der VW-Aufsichtsrat hat einen „Zukunftsplan“ verabschiedet, der feststellt, dass für die Werke Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm derzeit keine wettbewerbsfähige Folgebelegung ab den Jahren 2031 bis 2034 gewährleistet werden kann. Und er hat einem Plan zugestimmt, der ein Arbeitsplatzabbau bei VW bis 2030 von etwa 30.000 Beschäftigten in Deutschland vorsieht. Erst bis Ende Juni 2027 soll ein Konzept für eine nachhaltige und wettbewerbsfähige Produktionsstruktur entwickelt werden.

Junk hält das mit Blick auf Hannover für unzureichend: „Das ist für Hannover keine Zukunftsgarantie, sondern eine Mogelpackung mit Vertagung der entscheidenden Frage. Wir brauchen keinen Ministerpräsidenten, der nur erklärt, möglichst viele Arbeitsplätze retten zu wollen. Wir brauchen einen Ministerpräsidenten, der seinen politischen Einfluss dafür einsetzt, dass in Hannover auch nach 2031 Fahrzeuge gebaut werden.“ „Olaf Lies sitzt nicht vor dem VW-Werkstor und bittet um Einlass. Er sitzt mit am Tisch. Deshalb darf die Region von ihm mehr erwarten als die Aussage, er könne sich nicht vorstellen, dass in Hannover künftig keine Autos mehr gebaut werden. Entscheidend ist nicht, was sich der Ministerpräsident vorstellen kann, sondern was konkret vereinbart und umgesetzt wird.“

Junk fordert deshalb eine öffentlich nachvollziehbare Perspektive für das Werk Hannover: „Welches Produkt soll nach 2030 in Hannover gebaut werden? Mit welchem Antrieb? In welchen Stückzahlen? Welche Investitionen sind dafür vorgesehen? Und wie viele Arbeitsplätze sollen damit dauerhaft gesichert werden? Das sind die Fragen, auf die Hannover Antworten braucht.“ „Ich möchte für Hannover-Stöcken, dass hier keine Arbeitsplätze abgebaut werden, sondern Autos gebaut werden – und keine Mähdrescher und Panzer. Natürlich müsse Volkswagen wettbewerbsfähiger werden, betont Junk. Die Verkaufszahlen einzelner in Hannover produzierter Modelle seien ebenso Teil des Problems wie die vergleichsweise hohen Produktionskosten. Gerade deshalb müsse jetzt gehandelt werden.

„Wir haben keine Zeit zu verlieren. Eine Anschlussbelegung für ein Automobilwerk entwickelt man nicht im Jahr 2031. Die Entscheidungen über Produkte, Investitionen und Produktionskapazitäten müssen Jahre vorher vorbereitet werden. Genau deshalb muss die Arbeit an einer tragfähigen Perspektive für Hannover jetzt beginnen.“ „Politische Verantwortung muss man benennen dürfen. Olaf Lies gehört dem VW-Aufsichtsrat an. Deshalb darf man ihn fragen: An welchem konkreten Ergebnis für das Werk Hannover können die Beschäftigten und die Region Ihre Arbeit im Aufsichtsrat messen?“. „Wir dürfen nicht zulassen, dass Hannover Stück für Stück industrielle Substanz verliert. Wir wollen kein Detroit-Szenario für unsere Region. Deshalb brauchen wir jetzt eine verbindliche industrielle Perspektive für Stöcken.“

Junk abschließend:

„Ich verlange von Olaf Lies keine Betriebsgeheimnisse und keine Auskunft über vertrauliche Beratungen des Aufsichtsrates. Ich verlange etwas viel Einfacheres: ein öffentlich benennbares Ziel des Landes Niedersachsen für den VW-Standort Hannover. Herr Lies, sagen Sie den Menschen, woran wir Sie messen dürfen. Von Bekenntnissen allein läuft kein einziges Auto vom Band.“

Oliver Junk